Kinderyoga
Ich habe früher, ursprünglich wegen Verspannungen im oberen Rücken, viel Yoga gemacht. Es kamen über die Jahre viele Kurse zusammen. Die Stilrichtungen waren hauptsächlich Ashtanga und Vinyasa Flow Yoga. Bei meiner Lehrerin, Kinga Narh, gabs keine Yoga-Esoterik, sondern gute, anstrengende Körperarbeit.
Auch nachdem die Kinder geboren waren habe ich unregelmäßig, aber immer mal wieder, in unserem Bewegungsraum einige Asanas gemacht.
So kam es irgendwann das der, damals noch nicht mal Zweijährige, sich neben mir einen Platz gesucht hat und einfach mitgemacht hat. Natürlich sehr grobmotorisch und er ist auch oft “umgepurzelt”, aber es schien ihm wirklich Spaß zu machen.
Nun ist echtes Hatha Yoga für Erwachsene eigentlich nichts für Kinder. Da kommt es auf exakte Bewegungen, Konzentration, Atmung und Körperspannung an. Alles Dinge die Kinder so noch nicht können. Und nicht können müssen.
Was man aber tun kann und sollte ist die Freude an der Bewegung fördern. Und so habe ich mich mit Kinderyoga beschäftigt.
Ich kannte ja viele einfache Asanas aus meiner eigenen Yoga Praxis die man kindgerecht abwandeln konnte. Die habe ich den Kindern gezeigt und sie haben es nachgemacht. Das ging eine Weile lang gut, wurde ihnen aber schnell langweilig.
Der nächste Schritt war dann eine Packung Kinderyoga-Karten zu besorgen. Da sind Übungen drauf und verschiedene Kategorien, wie z.B. Vorwärtsbeugen, Rückwärtsbeugen, Neutrale Positionen, Sitzende Positionen, usw.
Diese Karten haben wir dann nach Kategorien in Stapel aufgeteilt, gemischt und die Kinder durften ziehen. So haben wir uns jedes Mal einen neuen abwechslungsreichen Plan mit 5-8 Haltungen zusammen gestellt.
Manchmal machen wir das immer noch so.
Aber ich wollte auch hier weiter gehen und habe einen Online-Kurs zum Kinderyoga-Trainer gemacht.
An dieser Stelle: Das ist keine geschützte Bezeichnung. Jeder kann sich so nennen und 90% der so genannten “offiziellen Zertifikate” sind nirgends wirklich anerkannt. Aber ich wollte ja auch keine Anerkennung, sondern Ideen.
Bei dem Kurs waren viele gute Video-Anleitungen und Ideen dabei.
Was mir am Besten gefallen hat waren Phantasiereisen mit Yoga Übungen.
Dabei erzählt man eine kurze Geschichte und macht dabei mit.
Hier ein Beispiel:
Im Dschungel
Leg dich hin und schließ deine Augen tief und mach einen großen Gähn-Atemzug wie ein müder Löwe… Stell dir vor, du bist am Rand eines riesigen, grünen Dschungels. Die Luft ist warm und voller exotischer Geräusche.
Du stehst auf und stehst stabil an Ort und Stelle um dir alles anzuschauen (hier wird das Berg Asana gemacht). Der Urwald brummt um dich herum.
Ein großer Elefant nähert sich langsam (mit den Armen einen Elefantenrüssel machen und ein wenig nach vorne beugen). Der Rüssel schwingt langsam hin und her.
Ein müder Affe hängt locker an einer Liane (Vorwärtsbeuge, Hände fassen hinter die Oberschenkel). Jetzt winkt er dir fröhlich zu. Machst du mit? (Aufrichten, Arme hoch und Hangelenke drehen/Winken)
Sieh da: Ein Krokodil kommt aus dem Fluss (Krokodilpose, Bauchlage, Kopf und Arme heben). Die Zähne grinsen dich an.
Eine große Schlange windet sich durchs Gras (Kobra Haltung). Sie züngelt leise “Sssss”
Der Mond geht auf… Zeit zum Nachhause gehen. Alle Tiere schlafen ein. (Liegen und Entspannung)
Beim Kinderyoga macht man den Kindern die Haltungen vor, aber korrigiert sie nicht. Spaß an der Sache geht immer vor korrekter Ausführung. Man lässt immer genug Zeit damit sie mitkommen.
Für die Immersion ist es super wenn alle die Tiergeräusche mitmachen. Das habe ich bei meinen Kindern bisher allerdings selten geschafft.
Wenn der Fokus mal weg driftet ist das OK, aber wenn es ganz unruhig wird muss man die Kinder “zurückholen”.
Am besten geht das meiner Erfahrung nach indem man sie überrascht. Bei dem Szenario oben könnte man zum Beispiel an jeder Stelle einfach rufen: “Achtung da kommt ein Tiger aus dem Gebüsch! Schnell versteckt euch und macht euch ganz klein!”. Und dann eine ruhige Position (wie Hase oder Kind) einnehmen und weiter machen wenn der Tiger verschwunden ist.
Inzwischen habe ich das mit meinen Jungs ein paar Mal gemacht. Die Geschichten sind mal mehr mal weniger gut, weil ich sie mir meistens spontan aus den Fingern sauge.
Ich bin ja kein Yogalehrer der damit sein Geld verdient. Spaß machts aber allemal.
