Klimaanlage
In unserem Haus haben wir zur Heizungsunterstüzung eine Klimaanlage einbauen lassen. In anderen Ländern ganz normal, in Deutschland noch eine Seltenheit.
Zu der Zeit hatten wir noch eine alte Ölheizung mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 4.500 Litern. Bei der Größenordnung konnte ich mir schwer vorstellen dass eine normale Wärmepumpe diese effizient ersetzen kann. Und außerdem fehlte uns in den ersten Jahren auch das Geld für den Umbau.
Aber für eine Klimaanlage zum Heizen hat es gereicht. Ich habe mich damals ausgiebig informiert und ein Gerät mit einem hohen SCOP und einer hohen Heizleistung gewählt.
Herausgekommen ist das Premium-Modell des Herstellers Daikin: Die Daikin Ururu Sarara 5kW. Das Gerät hat einen SCOP von 5,5 und eine modulierbare Heizleistung von 0,6 bis 9,4 kW. Sie funktioniert, laut Herstellerangaben bis -20 Grad.
Das Gerät hat mit Installation durch eine Fachfirma damals ca. 5.300 € gekostet.
Sie hängt seit Herbst 2023 im Wohnzimmer und wurde die ersten beiden Winter komplett zum Heizen von Wohnzimmer (28,3 qm), Esszimmer (12,78 qm) und Küche (11,55 qm) genutzt. Also insgesamt rund 53 qm Fläche bei einer Deckenhöhe von ca. 270 cm.
Das hat, auch bei Minusgraden, tadellos funktioniert und die Heizkörper in den Räumen konnten komplett abgedreht bleiben.
So sind wir, weil nur der Rest des Hauses (insgesamt 240 qm Wohnfläche) geheizt werden musste, bei einem Verbrauch von etwa 3.500 Litern teurem Öl gelandet. Der Strom für das Heizen mit der Klimaanlage hingegen war günstig. Selbst in den kalten Monaten haben wir selten mehr 300 kWh zusätzlich verbraucht.
Zugegeben: Der Luftzug im Wohnzimmer kann etwas stören, wenn man auf der Couch sitzt und der Sensor, der den Luftstrom von Personen weg lenkt, einen nicht erkennt. Und das leise Rauschen kann auch etwas einschläfernd wirken. Das ist aber nichts gegen den Komfort den eine solche Anlage bietet: Räume können super schnell aufgewärmt und günstig auf Temperatur gehalten werden.
Und der größte Bonus: Im Sommer kann man damit kühlen. Kühlen verbraucht nicht wirklich viel Strom. Und selbst wenn es das würde ist der im Sommer sehr günstig. Wir haben einen dynamischen Öko-Stromtarif, d.h. wenn die Sonne ballert sind die Preise niedrig. Und das Balkonkraftwerk liefert in der Zeit auch seinen Anteil.
Unsere Meerschweinchen im Wohnzimmer wären ohne die Klimaanlage sicher schon den Hitzetod gestorben. Aber so können wir problemlos den Raum im Sommer auf 23 Grad halten.
Zurück zum Heizen. Inzwischen haben wir keine Ölheizung mehr und sind auf eine Wärmepumpe gewechselt (14 kW Daikin Altherma 4). Die funktioniert bislang gut, kam aber im Januar 2026, als die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich waren, an ihre Grenzen. Nach und nach sind uns die Zimmer ausgekühlt.
Da kam die Klimaanlage wieder sehr gelegen: Nachdem wir die Heizkörper im Wohnzimmer, Esszimmer und Küche wieder abgedreht haben, konnte die Wärmepumpe problemlos den Rest des Hauses versorgen und die Klimaanlage für diesen Teil übernehmen.
Das Ganze funktioniert so gut, dass ich plane für das Schlafzimmer, Gästezimmer und die beiden Kinderzimmer ebenfalls eine Multi-Split-Anlage (1 Außengerät und 4 Innengeräte) anzuschaffen.
Dann kann die Wärmepumpe in den Übergangszeiten im Sparmodus laufen und wir haben im Sommer angenehm temperierte Räume.